Landeskunde online Interkulturelles Lernen mit dem Netz

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Dieser Fachartikel gibt Lehrkräften Anregungen und Hilfestellungen für die Einbindung des Internets in ihren landeskundlichen Fremdsprachen-Unterricht.

Anbieter:

Lehrer-Online | Eduversum GmbH, Taunusstr. 52, 65183 Wiesbaden

Autor:

Prof. Dr. Andreas Grünewald

Lange Beschreibung:

Landeskunde, Realienkunde, Kulturkunde, Interkulturelles Lernen "civilisation française", "European Studies", "Cultural Studies" das sind nur einige der Begriffe, die die Auseinandersetzungen veranschaulichen, die um die richtige Bezeichnung geführt wurden und werden. Ziel dieses Artikels ist es nicht, diese Diskussion fortzuführen und eine wissenschaftlich fundierte Definition der Begriffe und deren Konzept zu geben. Er soll vielmehr die sinnvolle Integration des Mediums Internet in den landeskundlichen Fremdsprachenunterricht beschreiben. Daneben werden Netzressourcen zum interkulturellen Lernen und zur Landeskunde als Ausgangspunkt für Ihre Webrecherche vorgestellt. Landeskunde versus interkulturelles Lernen Um die weitere Lektüre zu erleichtern, soll lediglich eine Abgrenzung der Begriffe "Landeskunde" und "Interkulturelles Lernen" gemacht werden, ohne dabei auf den beiden Konzepten zu Grunde liegenden Kulturbegriff einzugehen. Länder kennenlernen Der Begriff Landeskunde erschien Ende der 1970er Jahre in der fachdidaktischen Diskussion. Eine Sprache ließe sich nicht getrennt von der Lebensrealität im jeweiligen Zielsprachenland lernen und unterrichten, so lautete die Auffassung. Daraufhin hielten geografische Informationen über Städte, Regionen oder Zentren in die Lehrbücher Einzug. Später kamen dann mehr und mehr Fotos, Skizzen und Texte hinzu. Die Präsentation dieser landeskundlichen Informationen war und ist jedoch vor allem touristisch und beschränkt die dargestellte Kultur in erster Linie auf das europäische Land der Zielsprache (etwa Frankreich oder Spanien). In der Folge wurden Forderungen laut, Landeskunde nicht auf Staaten- und Institutionenkunde zu reduzieren, sondern sie exemplarisch und kontrastiv auf die Regionen, in denen die Zielsprache gesprochen wird, mit ihren nicht nur nationalen, sondern auch regionalen und grenzübergreifenden Phänomenen auszuweiten. Die eigene Kultur reflektieren Mit dem interkulturellen Ansatz wird diese Perspektive erweitert. Der Prozess des interkulturellen Lernens bezieht sich nicht nur auf andere Kulturen, sondern insbesondere auch auf die eigene Kultur. Dabei geht es um die Klärung der eigenen Identität, um die Frage der Zugehörigkeit und um die Klärung der eigenen Orientierung: Wo komme ich her? Wo will ich hin? In einem zweiten Schritt werden Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen und Religionen entwickelt. Notwendig ist das Bemühen, die Geschichte, Entwicklung und Notwendigkeiten der jeweiligen Kultur und Religion zu verstehen und zu akzeptieren, auch und gerade dann, wenn deren Formen den eigenen Gewohnheiten, vielleicht sogar den Selbstverständlichkeiten der eigenen Kultur entgegenstehen. Ziel ist es, die jeweils anderen Kulturen als gleichwertig zu akzeptieren. Landeskunde via Internet: Mehrwert Das Internet kann als Lieferant authentischer Quellen und Materialien den Unterricht bereichern. Authentische Aktualität Materialien aus dem Internet sind authentisch und aktuell, weil sie von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern formuliert sind, ohne eine fremdsprachendidaktische Zielsetzung konzipiert wurden und außerdem ständig durch neue, aktuellere Texte ersetzt werden (können). Ausgewählte und eventuell im Vorfeld bearbeitete Quellen aus dem Internet können gerade aufgrund ihrer Aktualität und Authentizität dem Lehrbuch gegenüber Vorteile haben, sofern begleitende und kompetente Unterstützung durch die Lehrkraft gewährleistet ist.  Das Internet ermöglicht den Zugang zu einer großen Menge von authentischen Materialien zu Landeskunde, Literatur, Grammatik und Kultur, mit denen im Fremdsprachenunterricht neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen können. Die Gelegenheit der Neugestaltung von Lern- und Lehrmaterialien in Form von themenorientierten und offenen Lerneinheiten ermöglicht beispielsweise die Loslösung vom Lehrwerk und die Öffnung des Fremdsprachenunterrichts für die außerschulische Realität. Das Internet erlaubt Lehrenden dadurch einen in diesem Umfang bisher nicht dagewesenen Zugriff auf die Aktualität des Zielsprachenlandes. Unterrichtende finden Texte, Bilder oder Töne, die dem landeskundlichen Fremdsprachenunterricht eine neue Dimension geben. Informationen, die früher nur durch zeitaufwändige Recherchen zugängig waren, erreicht man nun durch wenige Mausklicks. Zudem wird das Ganze verpackt in teils kulturtypische Seitengestaltungen. Motivation durch Modernität Die Arbeit mit dem Internet ist eine schülerzentrierte und schüleraktivierende Methode mit authentischen Materialien zur Landeskunde umzugehen. Es wird von den meisten Schülerinnen und Schülern noch immer als "neues" Medium (zumindest) für den Fremdsprachenunterricht wahrgenommen. Die Motivationssteigerung durch den Neuigkeitseffekt ist empirisch nachgewiesen. Leichter Zugang Die Sprachbarriere sinkt, obwohl es sich in der Regel um authentische Materialien in der Fremdsprache handelt. Individuelle Rezeption Die Art der Präsentation von Inhalten kommt verschiedenen Lernertypen entgegen. Lebensrealität der Lernenden Der Umgang mit PC und Internet, vor allen Dingen das Recherchieren, die Datenbankabfrage (Wann wird wo welcher Film gespielt? Welche Musik wird im Zielsprachenland gehört?) ist der Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler entnommen und führt daher zu einer höheren Identifikation mit dem Lerngegenstand. Leichtes Erschließen Webseiten beschränken sich zumeist nicht nur auf Text, sondern umfassen auch Bilder, Grafiken, Videosequenzen oder Tondokumente. Die multimediale Darbietung erleichtert beispielsweise das Verständnis und die Semantisierung unbekannter Lexik. Texterschließungsstrategien Lesestrategien werden an schwierigen Texten trainiert. Bei der Bearbeitung von digitalisierten fremdsprachlichen Texten am Bildschirm wird das sonst häufig eingesetzte Wort-für-Wort-Übersetzen eher unwichtig. Implizit werden folglich durch den Einsatz des Internets zentrale Lesetechniken wie extensives oder überfliegendes Lesen (skimming) und suchendes Lesen (scanning) viel effizienter geübt als beim gleichen Text auf Papier, da diese Fertigkeiten beim Suchen im Internet offenbar von den Schülerinnen und Schülern wie selbstverständlich angewandt werden. Implizites Lernen: "nebenbei" Problemlösung lernen Grundlegende Fertigkeiten, die schon immer im Unterricht eine zentrale Rolle spielten, wie Text- und Bilderschließung, Informationsverarbeitung, Abstrahieren, kritisches Hinterfragen und Urteilen, Präsentieren und auch das Kommunizieren gewinnen an Bedeutung und werden sozusagen nebenbei angewendet. Die Fertigkeiten und Strategien werden nicht als solche eingeübt, sondern sie sind notwendige Hilfsmittel für die Problemlösung. Qualitätssteigerung durch Interneteinsatz? Internet - vielseitig und chaotisch Es existieren unterschiedliche Ansichten über Risiken und Möglichkeiten der Integration des Internets in den Fremdsprachenunterricht schon allein deshalb, weil das Internet auch chaotisch, unzensiert und unbeständig ist. Einige Informationen sind daher unbrauchbar, fehlerhaft und sprachlich zweifelhaft. Ein Muss: Medienkompetenz Um das Internet als Informationsquelle nutzbar zu machen, müssen Schülerinnen und Schüler daher in der Lage sein, Informationen zu finden, zu bewerten, auszuwerten, zusammenzufassen und Ergebnisse zu präsentieren. Unbestritten bleibt dabei, dass weder die Quantität landeskundlich relevanter Quellen im Internet noch deren Authentizität allein dem Lernen eine neue Qualität geben. Einbettung in den Unterricht Neben der Qualität des Materials und dem Bezug zu Interessen und Medienkompetenz der Lernenden ist der Kontext, in dem das Material verwendet wird (thematischer Rahmen, Angebot von Übungen, Aufgaben und Szenarien zum Umgang mit Texten, mögliche kommunikative Situationen im Klassenzimmer - also ihr Unterricht!), entscheidend dafür, dass das Angebot für Lernprozesse genutzt werden kann.

Bildungsebene:

Sekundarstufe I

Lizenz:

Frei nutzbares Material

Schlagwörter:

Leseverstehen Medienkompetenz

freie Schlagwörter:

interkulturelles Lernen

Sprache:

Deutsch

Themenbereich:

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Geeignet für:

Lehrer